Symbol E-Learning E-Learning - Was ist das?

Schulung am Landesamt für Finanzen

Unter E-Learning wird der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Kontext des Lernens und Lehrens verstanden. Zu E-Learning gehört jeder Lernprozess, der sich durch das gleichzeitige Erfüllen der folgenden vier Merkmale auszeichnet:

  • Nutzung moderner Multimedia-Technologie
  • Angebot von autonomem und interaktivem Lernen
  • Möglichkeit persönlicher Betreuung
  • Nutzung von elektronischen Daten- und Kommunikationsnetzen

E-Learning - Was bringt das?

Durch die Ergänzung klassischer Lehrmethoden durch E-Learning und die sinnvolle Einbindung in Organisations- und Personalentwicklungsprozesse können unter anderem folgende Ziele erreicht werden:

  • Individualisierung der Lerninhalte, Lerntempo je nach Zeit und Fähigkeit
  • Flexiblere Lernformen durch ortsunabhängiges Lernen, Lernen "just in time"
  • Höhere Lernerfolge und Lernstabilität durch Verknüpfung traditioneller und moderner Lernmethoden
  • Höhere Nachhaltigkeit durch beliebige Wiederholbarkeit der E-Learning- Elemente ('Wissensnachhaltigkeit')
  • Stärkung der Eigenverantwortung und Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die eigene Weiterqualifizierung
  • Kostengünstigere Produktion von Lerninhalten durch Wiederverwendbarkeit
  • Unterstützung der Verwaltungsreform durch flexible Lernmodule
  • Unterstützung der Personalentwicklung durch individualisierte Lerninhalte
  • Einsparung von Reisezeiten und Reisekosten
  • Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern (z.B. Qualifizierung von Berufsrückkehrern/-innen)
  • Schaffung von Chancengleichheit, die Lerninhalte können von jeder Mitarbeiterin/jedem Mitarbeiter abgerufen werden, keine Kapazitäts- bzw. Seminarbeschränkungen, erleichterte Teilnahme für Kollegen/innen in Teilzeit

Vom E-Learning zum Blended Learning

Wissen wurde bisher zum großen Teil durch Wissensvermittler (Lehrer, Trainer, Ausbilder) im klassischen Frontalunterricht weitergegeben. Die Lernenden werden meist in einem stringenten Lern- und Lehrprozess von Lehrern geführt. E-Learning-Kurse verfolgen oftmals den umgekehrten Weg. Der Lernende soll sich seinen Lernweg selbst entwickeln, seine Lernzeit und Lerngeschwindigkeit selbst einteilen sowie seine Lernziele und Lerninhalte selbst auswählen. Die dafür erforderliche Selbstlernkompetenz für autonomes, selbstgesteuertes Lernen ist aber bei den Lernenden oftmals nur unzureichend vorhanden und muss erst ausgebildet werden, um langfristig eine Änderung der Lernkultur zu bewirken. Nachdem sich durch die Einführung der neuen Methoden des E-Learning die erhofften Lern- und Motivationserfolge oftmals nicht eingestellt hatten, wurde überlegt, wie man Schulungen und Weiterbildungen für die Mitarbeiter interessanter und informativer gestalten könnte.


Um die Lernmotivation der Lernenden aufrecht zu erhalten und die gewünschten Bildungsziele zu erreichen, wird der Ansatz des Blended Learning als spezielle Form von E-Learning favorisiert. Bei dieser Art des Kombinationstrainings werden traditionelle Methoden der Präsenzschulung mit den neuen E-Learning-Methoden verknüpft. Es wird versucht, aus beiden Lernkonzepten die effektivsten Methoden herauszufiltern und dann zu kombinieren.

Darstellung Lernperioden von Blended Learning

Darstellung: Beispiel Lernperioden von Blended Learning

Blended Learning ist ein integriertes Lernkonzept, das die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung über Internet oder Intranet in Verbindung mit klassischen Präsenzschulungen in einem Lernarrangement optimal kombiniert. Es ermöglicht Lernen, Kommunizieren, Informieren und Wissensaustausch losgelöst von Ort und Zeit in Kombination mit Erfahrungsaustausch und persönlichen Begegnungen in Präsenztrainings.

Ausblick auf die Bestandteile der zukünftigen Aus- und Fortbildung

Das zukünftige Schulungskonzept nach den Maßgaben des Blended Learning setzt sich aus den Komponenten Präsenztraining und E-Learning zusammen:

'Darstellung Bestandteile der zukünftigen Qualifizierung

Darstellung: Bestandteile der zukünftigen Aus- und Weiterbildung

Beschreibung der einzelnen Bestandteile:

Die klassische Präsenzschulung mit Frontalunterricht wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen. In zunehmendem Maße wird die Wissensvermittlung jedoch durch E-Learning ergänzt werden.

Der Bereich E-Learning soll folgendermaßen genutzt werden:

  • zur Vor- und Nachbereitung der Präsenzkurse
  • zur schnellen Weitergabe aktueller Informationen
  • zur schnellen zeitnahen Fortbildung großer Gruppen von Mitarbeitern/-innen
  • zur prozessorientierten Wissensvermittlung am Arbeitsplatz
  • als Wissenspool
  • als Übungsplattform
  • als Kommunikationsplattform

E-Learning, verstanden als Blended Learning, besteht zum einem aus dem Offline Angebot, zum anderem aus dem Online Angebot:

Kernpunkt sind Web Based Trainings (WBT), die entweder selbst entwickelt (z.B. mittels einfacher Autorentools) oder als ausgewählter Standardcontent in das Bildungsportal BayLern® integriert werden. Die Bearbeitung der Kurse durch den Lernenden kann mit oder ohne Betreuung durch einen Tutor erfolgen, idealerweise jedoch mit einem Tutor. Es wird am Computer gelernt, doch durch die Nutzung der Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten des Bildungsportals BayLern® kann stets Kontakt mit dem Lehrpersonal und mit anderen Lernenden aufgenommen werden. Bei dieser betreuten Form des E-Learnings spielt das Lehrpersonal eine wichtige Rolle. Wie im traditionellen Präsenzseminar trägt der Dozent, hier der Tutor, maßgeblich zum Erfolg bei.

Die Rolle des Tutors als Betreuer der Lernenden umfasst folgende Aufgaben:

  • Problembehandlung und Lösung
  • Kommunikation mit und unter den Teilnehmer/-innen
  • Beratung der Lernenden
  • Leitung virtueller Seminare
  • Beobachtung und Dokumentation der Leistungen der Teilnehmer
  • Kontakt zu den Dozenten (soweit er selber nicht diese Rolle einnimmt)
  • Motivierung der Lernenden

Das derzeitige Konzept geht überwiegend von einer asynchronen Bearbeitung der Kurse durch die Lernenden aus. Der Prozess der Wissensvermittlung durch Lehrende und die Aufnahme des Wissens durch Lernende findet zeitlich versetzt (asynchron) statt.

Synchrone webbasierte Lehr- und Kommunikationsmittel (z. B. virtuelles Klassenzimmer) werden in Zukunft eine größere Rolle spielen. Der Anteil wird sich nach der eingehenden Erprobung dieser Technik (im Rahmen von Pilotprojekten) und der entsprechenden Ausstattung vor Ort (Headsets, Soundkarte, Webcam usw.) in der operativen Phase erhöhen.

Das gemeinsame Erarbeiten von Lerninhalten und das Lernen in der Gruppe, die einander ergänzende Erfahrungen einbringen, um neues Wissen in der Interaktion miteinander zu erlernen, wird in der heutigen Arbeits- und Lernwelt als Basiskompetenz angesehen.

Das Bildungsportal BayLern® bietet dafür die entsprechenden Funktionen:

  • Einrichtung von öffentlichen oder geschlossenen virtuellen Projekträumen
  • Zugriff und Bearbeitungsmöglichkeiten auf gemeinsames Material
  • kollaborative Erarbeitung neuer Materialien
  • asynchrone (Forum) und künftig auch synchrone (Webkonferenz) Kommunikationsmöglichkeiten